Das th in Minth

Die andere Hälfte Minth stellt sich vor.

 
Thilo, wie kamst du zur Fotografie?

Ich weiß nicht ob es ein Fotografie-Gen gibt. Aber wenn, kann es gut sein, dass es in meiner Familie läuft. Schon mein Großvater hatte bei seinen Reisen um die Welt – er war Architekt und arbeitete für die Unesco – seine geliebte Hasselblad-Mittelformatkamera stets dabei. Meine Mutter ist Fotochefin bei einer französischen Nachrichtenagentur, da war Fotografie schon von Haus aus sehr oft Gesprächsthema.

Zu meinem 9. Geburtstag bekam ich meine erste eigene Kamera. Eine Digitalkamera von Kodak, mit für damals doch erstaunlichen 4 Megapixel. Da fing’s dann für mich an. Seither fotografiere ich. Noch vor dem Abitur habe ich Praktika in den Fotoredaktionen der Nachrichtenagenturen ddp und dpa absolviert. Da habe ich extrem viel gelernt, das hat mir sehr geholfen, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Und spannend war es auch: Guttenberg vor seinem Unterschungsauschuss, Wowereit und Bundespolitiker zum Gedenktag des Volksaufstands 1953, Demos und selbstfahrende Autos, Bundespressekonferenzen. Eine ganz andere Art der Fotografie.

Was war dein schönster Foto-Moment?

Wahrscheinlich, als ich als 17-jähriger Fotopraktikant von der Redaktion mit der U-Bahn nach Hause fuhr und auf einmal mein Bild, das ich am selben Morgen – mein erster Tag als Prakti – noch geschossen hatte, mit meinem Namen im Berliner Fenster erschien. Das hatte ich echt nicht erwartet. Ich saß in der U-Bahn und konnte nicht aufhören zu grinsen. Gleiches galt für andere Bilder, die gedruckt in Tageszeitungen landeten. Da geht es sicher vielen Fotografen so: seine eigenen Fotos veröffentlicht zu sehen, ist immer eine schöne Sache. Insbesondere mit 17!

 
Erzähl mal von dir, was ist dein Background?

Ursprünglich aus Paris, habe ich das deutsch-französische Doppelabitur in Berlin absolviert. Anschließend habe ich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Politik an der FU studiert. Mit einer Handvoll Mitstreitern habe ich 2018 die NGO WeWater gegründet, mit der wir uns in der Entwicklungszusammenarbeit für das Menschenrecht Trinkwasser einsetzen. Dabei haben wir eine technische und bewährte Wasserfilter-Lösung entwickelt, die heute vielfach in Kenia und Uganda im täglichen Einsatz ist. Dazu arbeite ich als Redakteur für eine Kommunikationsberatung an vielfältigen Projekten.

Wie kam’s zu Minth?

Wir hatten bei Porträt-Shootings mit Freunden, bei persönlichen Foto-Projekten zusammen so viel Spaß, dass wir gesagt haben: hey, lass doch unsere gemeinsame Leidenschaft professionalisieren. Wir waren kurz davor zu gründen, doch dann hatten wir durch Corona auf einmal ganz andere Prioritäten. Nach dem Motto “aufgeschoben ist nicht aufgehoben” haben wir uns 2021 zusammengetan.

In welchem Berliner Bezirk fotografierst du am liebsten?

Neukölln. Kein anderer Bezirk ist so laut, farbenfroh und divers. Du entdeckst immer wieder neue Motive oder Porträt-Hintergründe. 

Zu welcher Tageszeit fotografierst du am liebsten?

Du kannst natürlich zu jeder Tageszeit tolle Aufnahmen machen. Doch am liebsten um den Sonnenuntergang rum. Gegenlichtbilder in der Golden Hour, während im Wind flatternde Haare das Licht brechen? Gibt es irgendetwas ästhetischeres? (Rhetorische Frage. Nicht antworten)  

 

Hast du ein verstecktes Talent?

Keine Ahnung ey, fällt dir was ein? „Ein ganzes Glas Spreewälder Gurken in Rekordzeit vernichten“? (alle lachen)

Was ist dein Lieblingsfilm?

Mein Lieblings-Franchise ist Star Wars. Von denen schafft es “Das Imperium schlägt zurück” auf Platz 1. Lieblingsfilm generell ist schwer zu sagen. Dunkirk ist ein starker Streifen. Chris Nolan weiß, wie man durch cleveren Schnitt und praktischen Effekten eine unfassbar spannende Atmosphäre schafft.

Was sind deine Lieblingsmotive?

Diese besonderen Orte, wo verschiedene Landschaften ineinander greifen: Küstenstädte, Strände und Klippen oder verlassene Häuser, die sich die Natur zurückerobert. Und natürlich: ausdrucksstarke Menschen, echte Emotionen – Shots, die man vor allem dann bekommt, wenn die porträtierte Person den Fotografen nicht wahrnimmt.

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